Belichtungsmodi sind Kameraeinstellungen, die festlegen, wer die Verschlusszeit und die Blende für ein Foto wählt. In manchen Modi legt die Kamera beide Werte fest, in anderen stellst du einen oder beide selbst ein.
Belichtungsmodus ist auch der Name eines Metadatenfelds, das die Kamera in die Bilddatei schreibt. Das Feld speichert, wer die Belichtung für dieses Bild eingestellt hat: die Kamera oder du. Ein dritter Wert kennzeichnet Fotos aus einer automatisch belichteten Serienaufnahme (Bracketing).
Belichtungsmodi der Kamera: P, S, A und M
Nikon‑Kameras bieten zum Beispiel 4 Belichtungsmodi, die mit Buchstaben gekennzeichnet sind:
- P (Programmautomatik): Die Kamera stellt sowohl die Verschlusszeit als auch die Blende ein.
- S (Zeitautomatik): Du stellst die Verschlusszeit ein, und die Kamera stellt die Blende ein.
- A (Blendenautomatik): Du stellst die Blende ein, und die Kamera stellt die Verschlusszeit ein.
- M (manuell): Du stellst sowohl die Verschlusszeit als auch die Blende ein.
Canon‑Kameras nennen die beiden Prioritätsmodi Tv (time value) und Av (aperture value). Nikon empfiehlt S, um Bewegung einzufrieren oder zu verwischen. A wird empfohlen, um den Hintergrund unscharf zu machen oder Vorder- und Hintergrund gemeinsam scharf abzubilden.
Wie die Werte aussehen
Belichtungsmodus wird als kleine ganze Zahl im Exif‑Tag 0xA402 gespeichert. Der Exif‑Standard definiert 3 Werte, und der Metadatenleser ExifTool gibt dafür jeweils ein Wort aus:
0, ausgegeben alsAuto: Die Kamera hat die Belichtung eingestellt.1, ausgegeben alsManual: Du hast Verschlusszeit und Blende selbst eingestellt.2, ausgegeben alsAuto bracket: Die Kamera hat eine Serie von Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen gemacht.
So kann eine Berichtszeile zum Beispiel Exposure Mode: Auto lauten. Wenn du nur die Belichtungskorrektur verändert hast, erlaubt der Standard der Kamera, entweder Auto oder Manual zu schreiben.
Beim Bracketing macht die Kamera mehrere Aufnahmen derselben Szene mit unterschiedlichen Belichtungen. Die Canon EOS R5 kann zum Beispiel 3 Aufnahmen machen: eine mit Standardbelichtung, eine dunklere und eine hellere. Sie kann auch 2, 5 oder 7 Aufnahmen erstellen.
Wie sich Belichtungsmodus und Belichtungsprogramm unterscheiden
Das Feld Belichtungsmodus hat keinen eigenen Wert für P, S oder A. Ein separates Exif‑Feld, Belichtungsprogramm (Tag 0x8822), speichert, welchen Modus die Kamera verwendet hat. ExifTool gibt die Werte so aus:
Program AEfür PShutter speed priority AEfür S oder TvAperture-priority AEfür A oder AvManualfür MPortrait,Landscape,Action (High speed)undCreative (Slow speed)für Motivprogramme
Eine Motivautomatik wie Porträt oder Nachtaufnahme kann im Feld Scene Capture Type gespeichert werden. Der Exif‑Standard definiert dafür 4 Werte: Standard, Landscape, Portrait und Night scene.
Welche Dateien sie enthalten
Belichtungsmodus ist ein Exif‑Feld und kann deshalb in jeder Datei vorkommen, die Exif‑Daten enthält. Dazu gehören JPG- und TIFF‑Fotos, HEIC‑ und PNG‑Bilder sowie viele Rohdatenformate wie CR2 und DNG. Einige AVI‑ und MOV‑Videos enthalten ebenfalls Exif‑Daten.
Der Exif‑Standard 2.3 führt Belichtungsmodus als empfohlenes Feld auf, das Kameras schreiben sollten. Belichtungsprogramm ist nur optional, daher kann ein Foto das erste Feld enthalten, ohne das zweite.
Warum es wichtig ist
Der Wert zeigt dir, wer die Helligkeit des Bildes gesteuert hat. Manual bedeutet, dass eine Person die Belichtung übernommen hat, sodass ein sehr dunkles oder sehr helles Ergebnis beabsichtigt sein kann.
Der Exif‑Standard gibt Fotodruck- und Bildbearbeitungssoftware eine Richtlinie zu diesem Wert. Bei Auto soll die Software die Belichtung automatisch korrigieren. Bei Manual oder Auto bracket soll sie diese Korrektur auslassen oder geringer ausfallen lassen.
Auto bracket zeigt dir auch, dass das Foto zu einer Serie gehört. Verwende Date Time Original, um die Aufnahmen direkt davor und danach zu finden. Vergleiche dann ihre Verschlusszeit und Blende.